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Hier werden Hinweise zu Besonderheiten des dgMP dargestellt, die sich durch kontraintuitive Merkmale oder hohe Komplexität nicht direkt erschließen, und daher besondere Beachtung verdienen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Da die automatische Anpassung der Dosierung möglichst vermieden werden soll, lässt die Geschäftslogik derzeit folgendes Szenario zu:
Es resultiert in der ePA ein eMP Eintrag mit Medikament B und Dosierinformation A.
Um das zu vermeiden, sind Primärsysteme (insbesondere Praxisverwaltungssysteme) angehalten, immer vor Übergabe einer mit einem eMP Eintrag verknüpften Verschreibung an den E-Rezept Fachdienst zu prüfen, dass eMP Eintrag und Verschreibung zueinander passen.
Das kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass Nutzer bei Abweichungen einen Warnhinweis oder eine grafische Darstellung der Unterschiede erhalten.
Übrigens: Sollen im Rahmen einer Verschreibung geänderte Informationen zum Medikament direkt in einen bestehenden eMP-Eintrag übernommen werden, ist das weder automatisch, noch über die Operation updateEMPEntry_MedicationSvc möglich. Stattdessen empfiehlt es sich, direkt nach Einstellung der Verschreibung in die ePA, den der Verschreibung zugehörigen eML-Eintrag (auch wenn er bereits dem eMP-Eintrag zugeordnet ist), mittels Operation linkEMP_MedicationSvc (erneut) mit dem eMP-Eintrag zu verknüpfen. Dann wird, sofern es sich nicht um eine Kombipackung handelt, das Arzneimittel der Verschreibung in den eMP-Eintrag übernommen. Die Dosierinformation des eMP-Eintrags lässt sich wie gehabt über die Operation updateEMPEntry_MedicationSvc anpassen. Primärsystemen (insbesondere Praxisverwaltungssysteme) wird empfohlen, eine entsprechend Funktion in der oben genannten Prüfung zu berücksichtigen.
Wird ein mit eMP-Bezug verschriebenes Medikament durch mehrere Medikamente substituiert, zum Beispiel bei der Abgabe mehrerer kleinerer Packungsgrößen anstelle einer ursprünglich verordneten größeren Packung, erfolgt keine automatische Aktualisierung des Medikaments im eMP Eintrag (medicationReference der entsprechenden Instanz MedicationRequest des Profils EMPMedicationRequest). Wird eine solche Substitution von einer Apotheke vorgenommen, ist diese angehalten, den eMP Eintrag entsprechend zu aktualisieren, nötigenfalls auch mit Anpassung der Dosierinformation.
Es empfiehlt sich, eine dafür ausgelegte Funktionalität mit automatischer Prüfung in Apothekenverwaltungssystemen zu implementieren.
Die Dispensierung von Kombipackungen führt nicht zu einer automatischen Aktualisierung des Medikaments im eMP Eintrag (medicationReference der entsprechenden Instanz MedicationRequest des Profils EMPMedicationRequest). Wird eine Kombipackung von einer Apotheke dispensiert, ist diese angehalten, den eMP Eintrag auf Stimmigkeit zu prüfen und nötigenfalls entsprechend zu aktualisieren.
Es empfiehlt sich, eine dafür ausgelegte Funktionalität mit automatischer Prüfung in Apothekenverwaltungssystemen zu implementieren.
Sofern es sich nicht um eine Kombipackung handelt, wird Arzneimittel B (als medicationReference) in den eMP Eintrag übernommen. Dosierinformation B allerdings nicht.
Auch nicht in Konstellationen, in denen das passieren würde, wäre der eML Eintrag schon bei Einstellung der Dispensierinformation mit dem eMP Eintrag verknüpft (z.B. bei einfach nicht als Kombipackung dispensiertem Arzneimittel oder Substitution durch ein Arzneimittel, das keine Kombipackung ist).
Auch in diesem Szenario entsteht eine eMP Eintrag mit Dosierinformation A und Arzneimittel B.
Nicht ganz intuitiv ist außerdem, dass das Arzneimittel aus dem eML-Eintrag, sofern es keine Kombipackung ist, immer in den eMP-Eintrag übernommen wird - auch wenn der eML-Eintrag schon fünf Jahre alt ist und es im eMP-Eintrag neuere eML-Bezüge gibt. Oder das Arzneimittel noch gar nicht dispensiert ist.
In allen Fällen empfiehlt sich nach der Verknüpfung mittels grafischer Darstellung des eMP-Eintrags eine Prüfung desselben zu erwirken.
Wird mittels FHIR Operation $unlink-emp eine Verknüpfung von eML-Eintrag und eMP-Eintrag aufgehoben, passt der Medication Service im eMP-Eintrag zwar das Arzneimittel an, nicht aber die Dosierinformation. So kann es dazu kommen, dass Arzneimittel und Dosierinformation im eMp-Eintrag anschließend nicht zusammen passen. Primärsystemen wird empfohlen, nach erfolgreichem Aufruf der Operation mittels grafischer Darstellung die Prüfung des aktualisierten eMP-Eintrags zu erwirken.