Diese Seite beschreibt die technischen Anwendungsfälle, die für das Modul der Verordnung von Arzneimitteln genutzt werden.
Umzusetzende Anwendungsfälle von Clients
PS verordnende LEI
funkt. Eignung: Herstellererklärung
Das PS der verordnenden LEI MUSS für die Umsetzung der Verordnung von E-Rezepten für Arzneimittel die Anwendungsfälle
UC 2.1 - E-Rezepte erzeugen
E-Rezept qualifiziert signieren
UC 2.3 - E-Rezept einstellen
UC 2.5 - E-Rezept durch Verordnenden löschen
umsetzen.
E-Rezept-FdV
funkt. Eignung: Herstellererklärung
Das E-Rezept-FdV MUSS für die Umsetzung der Nutzung von E-Rezepten für Arzneimittel die Anwendungsfälle
UC 3.1 - E-Rezepte durch Versicherten abrufen
UC 3.2 - E-Rezept durch Versicherten löschen
UC 3.3 - Nachricht durch Versicherten übermitteln
UC 3.4 - Nachricht durch Versicherten empfangen
UC 3.8 - Nachricht durch Versicherten löschen
UC 3.5 - Protokolldaten abrufen
umsetzen.
PS abgebende LEI
funkt. Eignung: Herstellererklärung
Das PS der abgebenden LEI MUSS für die Umsetzung der Belieferung von E-Rezepten für Arzneimittel die Anwendungsfälle
UC 4.15 - Einlösbare E-Rezepte durch Abgebenden abrufen
UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen
UC 4.2 - E-Rezept durch Abgebenden zurückgeben
UC 4.3 - E-Rezept durch Abgebenden löschen
UC 4.4 - Quittung abrufen
UC 4.5 - Abgabedatensatz durch Abgebenden signieren
UC 4.17 - Verordnung erneut abrufen
UC 4.8 - Quittung erneut abrufen
UC 4.6 - Nachrichten durch Abgebenden empfangen
UC 4.7 - Nachricht durch Abgebenden übermitteln
UC 4.9 - Nachricht durch Abgebenden löschen
umsetzen.
funkt. Eignung: Herstellererklärung
Das PS der abgebenden LEI SOLL für die Umsetzung der Belieferung von E-Rezepten für Arzneimittel den Anwendungsfall
UC 4.16 - Dispensierinformationen bereitstellen
umsetzen.
Technische Use Cases
Verordnende Leistungserbringerinstitution
UC 2.1 - E-Rezepte erzeugen
Beschreibung
Der verordnende Leistungserbringer erzeugt eine Verordnung im Primärsystem.
Für die Verordnung wird eine Rezept-ID aus dem TI-Flow-Fachdienst bezogen und der Verordnungsdatensatz
anschließend qualifiziert elektronisch signiert (QES).
Vorbedingungen
Der Versicherte ist der LEI bekannt.
Ein Verordnungsdatensatz liegt im Primärsystem vor.
HBA ist gesteckt und für die QES freigeschaltet.
Durchzuführende Aktionen
Der Leistungserbringer wählt den Verordnungsdatensatz und ein Signaturverfahren aus.
Das Primärsystem ruft eine Rezept-ID beim TI-Flow-Fachdienst ab und ergänzt sie im Verordnungsdatensatz.
Der AccessCode wird im Primärsystem gespeichert.
Der Verordnungsdatensatz wird über den Konnektor mit QES signiert (Einzel-, Stapel- oder Komfortsignatur).
Nachbedingungen
E-Rezept enthält Rezept-ID und QES.
AccessCode des E-Rezepts ist im Primärsystem gespeichert.
Workflow zum E-Rezept ist im TI-Flow-Fachdienst im Status "draft" angelegt.
Der Verordnungsdatensatz wird durch den (Zahn-)Arzt mittels HBA qualifiziert elektronisch signiert (QES).
Vorbereitende Tätigkeiten im Primärsystem können organisatorisch delegiert werden, die QES selbst jedoch nicht.
Vorbedingungen
Rezept-ID (PrescriptionID) ist im Verordnungsdatensatz enthalten.
Ein freigeschalteter HBA steht zur Verfügung.
Konsistenz: authoredOn im Verordnungsdatensatz entspricht dem Datum der QES.
Durchzuführende Aktionen
Das Primärsystem startet die QES-Erstellung über den Konnektor.
Der (Zahn-)Arzt signiert den Verordnungsdatensatz mit dem HBA.
Das Primärsystem erhält den QES-signierten Datensatz zur weiteren Verarbeitung.
Nachbedingungen
QES-signierter Verordnungsdatensatz liegt im Primärsystem vor.
Technische Aspekte für die Mehrfachverordnung (MVO)
Für jede Teilverordnung einer Mehrfachverordnung wird ein einzelnes E-Rezept erstellt. Im Verordnungsdatensatz wird das E-Rezept als Teil einer Mehrfachverordnung gekennzeichnet (MedicationRequest: extension:Mehrfachverordnung.extension:Kennzeichen).
Zusätzlich werden u.a. die Informationen
Nummer des Rezepts der Mehrfachverordnung (MedicationRequest.extension:Mehrfachverordnung.extension:Nummerierung.value[x]:valueRatio.numerator)
Gesamtzahl der Teilverordnungen in der Mehrfachverordnung (MedicationRequest: extension Mehrfachverordnung.extension: Nummerierung.value[x]:valueRatio.denominator)
Start der Gültigkeit (MedicationRequest.extension: Mehrfachverordnung extension: Zeitraum.value[x]:valuePeriod.start)
Ende der Gültigkeit (MedicationRequest.extension:Mehrfachverordnung.extension:Zeitraum.value[x]:valuePeriod.end)
angegeben.
Jede Teilverordnung einer Mehrfachverordnung wird im TI-Flow-Fachdienst mit einem eigenen Workflow (Task) verwaltet. Dies ermöglicht den Versicherten und den Apotheken eine separate Verarbeitung jedes E-Rezepts einer Mehrfachverordnung.
UC 2.5 - E-Rezept durch Verordnenden löschen
Beschreibung
Ein E-Rezept wird durch die verordnende LEI gelöscht und der Status im TI-Flow-Fachdienst auf "cancelled" gesetzt.
Vorbedingungen
UC 2.3 wurde ausgeführt.
Rezept-ID und AccessCode sind bekannt.
Status im TI-Flow-Fachdienst ist "ready".
Durchzuführende Aktionen
Ein Mitarbeiter der verordnenden LEI markiert das E-Rezept zum Löschen und bestätigt den Vorgang.
Das Primärsystem ruft den TI-Flow-Fachdienst mit Rezept-ID und AccessCode auf.
Der Status wird auf "cancelled" gesetzt und medizinische Daten werden gelöscht.
Der AccessCode wird im Primärsystem gelöscht.
Nachbedingungen
Der Workflow hat den Status "cancelled".
Die personenbezogene und medizinische Daten (ausser Versicherten-ID) sind aus dem Workflow entfernt.
Das Löschen ist im TI-Flow-Fachdienst für den Versicherten protokolliert.
Tabelle: Fachlicher Anwendungsfall UC 2.5 - E-Rezept durch Verordnenden löschen
Sequenzdiagramm:
Abbildung: UC 2.5 - E-Rezept durch Verordnenden löschen
E-Rezept für Workflow 169 durch Verordnenden erzeugen
Beschreibung
Mit diesem Anwendungsfall erstellt ein Leistungserbringer einen Verordnungsdatensatz mit workflowspezifischen Parametern. Der Verordnungsdatensatz erhält von dem TI-Flow-Fachdienst eine Rezept-ID und wird von dem Leistungserbringer qualifiziert signiert. Der Leistungserbringer muss in seinem Primärsystem den workflowspezifischen Parameter für die direkte Zuweisung an eine Apotheke auswählen.
Vorbedingungen
Der oder die Versicherten sind der LEI bekannt.
Der HBA ist für die QES gesteckt und freigeschaltet.
Die gesetzlichen Grundlagen aus § 11 ApoG sind erfüllt.
Durchzuführende Aktionen
Der verordnende Leistungserbringer wählt im Primärsystem einen Verordnungsdatensatz zum Signieren aus.
Der Leistungserbringer wählt das Signaturverfahren aus.
Der Leistungserbringer wählt im Primärsystem den Rezept-Typ "Workflow-Steuerung durch Leistungserbringer" aus.
Das Primärsystem ruft für das E-Rezept vom TI-Flow-Fachdienst eine Rezept-ID ab (rote Markierung im Sequenzdiagramm) und ergänzt diese im Verordnungsdatensatz.
Anschließend wird das E-Rezept mittels Konnektor mit einer QES signiert.
Es kann die Einzel-, Stapel- oder Komfortsignatur genutzt werden.
Nachbedingungen
Die erzeugten E-Rezepte beinhalten eine eineindeutige Rezept-ID und haben eine QES.
Der AccessCode für jedes E-Rezept ist im Primärsystem gespeichert.
Die E-Rezepte sind im TI-Flow-Fachdienst angelegt und haben den Status "draft".
Tabelle: Fachlicher Anwendungsfall E-Rezept für Workflow 169 durch Verordnenden erzeugen
Sequenzdiagramm:
Abbildung: E-Rezept für Workflow 169 durch Verordnenden erzeugen
E-Rezept-Token an Apotheker übermitteln
Beschreibung
In diesem Anwendungsfall übermittelt die verordnende LEI die Einlöseinformationen (Task-ID und AccessCode) eines E-Rezepts direkt an eine Apotheke. Der Abruf des E-Rezepts in der Apotheke unterscheidet sich nicht vom Standard-Workflow und wird hier daher nicht beschrieben.
Vorbedingungen
In der verordnenden LEI wurde der Anwendungsfall "UC 2.3 - E-Rezept einstellen" ausgeführt
Durchzuführende Aktionen
Die verordnende LEI bestimmt die Adressatinformationen der intendierten Apotheke (z.B. mittels VZD) und wählt das E-Rezept-Token des direkt zuzuweisenden E-Rezepts aus.
Das Primärsystem der verordnenden LEI erstellt eine Nachricht, bettet das E-Rezept-Token in die Nachricht ein (z.B. als URL) und sendet die Nachricht an die abgebende Apotheke.
Das Primärsystem der abgebenden LEI empfängt die Nachricht und extrahiert das E-Rezept-Token.
Nachbedingungen
Die abgebende LEI ist in der Lage, das E-Rezept einzusehen und zu beliefern
Tabelle: Fachlicher Anwendungsfall UC 4.6 - Nachrichten durch Abgebenden empfangen
Sequenzdiagramm:
Abbildung: UC 4.6 - Nachrichten durch Abgebenden empfangen
UC 4.15 - E-Rezepte durch Abgebenden abrufen (PoPP)
Beschreibung
Eine Apotheke kann nach dem Einlesen der eGK auf die einlösbaren E-Rezepte des Versicherten zugreifen.
Vorbedingungen
Der Versicherte oder ein Vertreter befindet sich vor Ort im Kontakt mit einem Mitarbeiter der Apotheke.
Der Versicherte hat seine eGK bzw. der Vertreter die eGK des zu Vertretenden dabei.
Durchzuführende Aktionen
Das PS liest unter Nutzung eines im Rahmen von PoPP zulässigen Kartenlesegerät die eGK ein.
Das PS ruft für diese eGK den Anwendungsfall zum Erstellen eines PoPP-Token auf. Im Ergebnis erhält das PS, sofern die eGK nicht gesperrt und das Authentifizierungszertifikat gültig ist, einen PoPP-Token.
Das PS übermittelt dem PoPP-Token, um die einlösbaren E-Rezepte des Versicherten vom TI-Flow-Fachdienst abzurufen.
Der TI-Flow-Fachdienst prüft die Gültigkeit des PoPP-Tokens.
Der TI-Flow-Fachdienst übermittelt die Zugriffsinformationen (Task-ID und AccessCode) zu jedem einlösbaren E-Rezept.
Nachbedingungen
Im PS stehen die Zugriffsinformationen (Task-ID und AccessCode) für alle einlösbaren E-Rezepte zur Verfügung.
Im PS kann zu den einzelnen E-Rezepten der Anwendungsfall "UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen" ausführen, um die E-Rezepte im PS anzuzeigen.
Der Zugriff der Apotheke auf die E-Rezepte ist für den Versicherten auf dem TI-Flow-Fachdienst protokolliert.
Tabelle: Fachlicher Anwendungsfall UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen
Sequenzdiagramm:
Abbildung: UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen
Technische Aspekte für die Mehrfachverordnung (MVO)
Wenn ein AVS eine Teilverordnung abruft, deren Einlösezeitraum noch nicht erreicht ist, dann liefert der TI-Flow-Fachdienst einen Fehler 403. Im OperationOutcome der Fehlermeldung liefert der TI-Flow-Fachdienst das Datum des Beginns der Einlösefrist.
Für die QES-Prüfung wird die PKCS#7-Datei verwendet. Die Verordnungsdaten des E-Rezepts sind innerhalb der PKCS#7-Datei enthalten und müssen für die Weiterverarbeitung extrahiert werden.
UC 4.2 - E-Rezept durch Abgebenden zurückgeben
Beschreibung
Ein abgerufenes E-Rezept wird an den TI-Flow-Fachdienst zurückgegeben.
Vorbedingungen
UC 4.1 wurde ausgeführt.
Rezept-ID, AccessCode und Geheimnis sind bekannt.
Status ist "in-progress".
Durchzuführende Aktionen
Abgebender markiert das E-Rezept zum Zurückgeben und bestätigt.
Primärsystem ruft den TI-Flow-Fachdienst mit Rezept-ID und Geheimnis auf.
Status wird auf "ready" geändert.
Nachbedingungen
Status ist "ready" und protokolliert.
E-Rezept, Token und Geheimnis sind im Primärsystem gelöscht.
Tabelle: Fachlicher Anwendungsfall UC 4.3 - E-Rezept durch Abgebenden löschen
Sequenzdiagramm:
Abbildung: UC 4.3 - E-Rezept durch Abgebenden löschen
UC 4.16 - Dispensierinformationen bereitstellen
Beschreibung
Ein Mitarbeiter der abgebenden LEI hat ein E-Rezept dispensiert. Er markiert das E-Rezept über das Primärsystem als abgegeben und bestätigt es. Das Primärsystem übermittelt beim Aufruf des TI-Flow-Fachdienstes die Rezept-ID und das Geheimnis zur Bereitstellung der Dispensierinformationen. Im Aufruf ist die Dispensierinformation enthalten.
Vorbedingungen
Ein Mitarbeiter der abgebenden LEI hat den Anwendungsfall "UC 4.1 - E-Rezept durch Abgebenden abrufen" durchgeführt.- Das Primärsystem hat die QES des E-Rezepts erfolgreich geprüft. Die QES des E-Rezepts ist gültig.
Die Rezept-ID, der AccessCode und das Geheimnis zur Statusänderung "in-progress" des E-Rezepts sind im Primärsystem bekannt.
Das E-Rezept im TI-Flow-Fachdienst hat den Status "in-progress".
Durchzuführende Aktionen
Abgebender wählt ein beliefertes E-Rezept zur Bereitstellung von Dispensierinformationen aus.
Das Primärsystem übermittelt die Dispensierinformationen an den TI-Flow-Fachdienst.
Nachbedingungen
Das E-Rezept im TI-Flow-Fachdienst hat den Status "in-progress".
Die Information zur Abgabe liegen im TI-Flow-Fachdienst.
Das Bereitstellen der Dispensierinformationen ist im TI-Flow-Fachdienst protokolliert.
Das Primärsystem erhält eine Bestätigung, dass die Dispensierinformationen bereitgestellt wurden.