ePA Laboratory Report Implementation Guide
Version 1.0.0-ballot.1 - ballot

Technische Anwendungsfälle

Die technischen Anwendungsfälle werden durch die Transaktionen des MHD Service [gemIG_ePA_MHD] des ePA-Aktensystems unterstützt. Der MHD Service stellt hierzu FHIR-Profile, insbesondere Dokumentmetadaten auf Basis des DocumentReference-Profils bereit. In einer DocumentReference-Instanz werden dgLP Laborbefund und Anhänge mit Dokumentmetadaten annotiert und im MHD Service gespeichert.

Ausprägungen von Laborbefunden

Laborbefunde können im MHD Service in den folgenden drei Ausprägungen vorliegen:

  • ePA Laboratory Report bzw. dgLP Laborbefund
    Der strukturierte Laborbefund im FHIR-Format. Er ist in seinen Metadaten daran zu erkennen, dass DocumentReference.type mit dem LOINC Code 11502-2 | Laboratory report sowie DocumentReference.content.format mit dem Format Code urn:gematik:ig:laboratory:v1.0 | Laborbefund (gematik) v1.0 gekennzeichnet ist. Er ist vor allem für die maschinelle Auswertung und Verarbeitung vorgesehen.
  • dgLP Laborbefund (PDF)
    Die menschenlesbare PDF/A-Repräsentation, die in jedem dgLP Laborbefund im Element (DiagnosticReport.presentedForm) eingebettet ist, wird beim Einstellen des Befunds in das ePA-Aktensystem automatisch extrahiert. Dazu wird eine eigene DocumentReference-Instanz erzeugt und über eine Dokumentenbeziehung mit dem dgLP Laborbefund verknüpft.
  • Unstrukturierter Laborbefund
    Dieses PDF/A-Dokument steht für sich allein und wurde außerhalb der Anforderungen an einen dgLP Laborbefund erstellt. In früheren ePA-Releases (< ePA 3.2) wurden Laborbefunde ausschließlich in dieser Form im XDS Document Service des ePA-Aktensystems gespeichert; sie können im ePA-Release ePA 27 weiterhin über den MHD Service eingestellt werden.

Diese drei Ausprägungen unterscheiden sich in ihren Metadaten wie folgt:

Merkmal dgLP Laborbefund dgLP Laborbefund (PDF) Unstrukturierter Laborbefund
DocumentReference.content.category

(XDS classCode)
LAB | Laborergebnisse

(vom MHD Service gesetzt)
LAB | Laborergebnisse

(vom MHD Service gesetzt)
LAB | Laborergebnisse

(vom Primärsystem gesetzt, aber vom MHD Service nicht erzwungen)
DocumentReference.type

(XDS typeCode)
LOINC 11502-2 | Laboratory report sowie
BEFU | Ergebnisse Diagnostik

(vom MHD Service gesetzt)
LOINC 11502-2 | Laboratory report sowie
BEFU | Ergebnisse Diagnostik

(vom MHD Service gesetzt)
BEFU | Ergebnisse Diagnostik

(vom Primärsystem gesetzt, aber vom MHD Service nicht erzwungen)
DocumentReference.content.format

(XDS formatCode)
urn:gematik:ig:laboratory:v1.0 | Laborbefund (gematik) v1.0

(vom MHD Service gesetzt)
urn:gematik:ig:laboratory:v1.0 | Laborbefund (gematik) v1.0

(vom MHD Service gesetzt)
urn:ihe:iti:xds:2017:mimeTypeSufficient

(vom Primärsystem gesetzt, aber vom MHD Service nicht erzwungen)
DocumentReference.content.attachment.contentType

(MIME Type)
application/fhir+xml oder application/fhir+json

(vom MHD Service gesetzt)
application/pdf

(vom MHD Service gesetzt)
application/pdf

(vom Primärsystem gesetzt, aber vom MHD Service nicht erzwungen)
DocumentReference.context.event

(XDS eventCodeList)
LB120107 | Laborbefund

(vom MHD Service gesetzt)
LB120107 | Laborbefund

(vom MHD Service gesetzt)
LB120102 | Laborbefund extern,
LB120103 | Laborbefund intern oder
LB120107 | Laborbefund

(vom Primärsystem gesetzt, aber vom MHD Service nicht erzwungen)
DocumentReference.relatesTo=transforms nicht gesetzt gesetzt, target verweist auf die DocumentReference des dgLP Laborbefunds nicht gesetzt
Erzeugt durch Laborbefundverabeitendes Primärsystem MHD Service durch automatischer Extraktion aus DiagnosticReport.presentedForm Primärsystem (Einstellen über MHD Service)
Primärer Zweck Maschinelle Verarbeitung, Kumulativdarstellung Anzeige, Druck Anzeige, Druck
Tabelle: Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service


Ein ePA-Client-System kann diese drei Ausprägungen damit bspw. wie folgt erkennen: Ein Dokument mit type=11502-2 und contentType=application/fhir+json ist ein dgLP Laborbefund; ist stattdessen contentType=application/pdf und relatesTo=transforms gesetzt, handelt es sich um einen dgLP Laborbefund (PDF).

Bei einem PDF/A-Dokument (contentType=application/pdf) ohne gesetztes relatesTo=transforms, aber vorhandenem Code category=LAB, liegt ein unstrukturierter Laborbefund vor. Da jedoch die Metadatenbelegung mit category=LAB für unstrukturierter Laborbefunde durch Primärsysteme vom MHD Service nicht geprüft werden kann, können noch weitere unstrukturierte Laborbefunde im MHD Service existieren. Hier kann es helfen, das FHIR-Element context.event auf KDL Codes aus dem Laborbereich zu prüfen. Hilft auch das nicht, ist ein unstrukturierter Laborbefund an seinen Dokumentmetadaten durch ein Primärsystem nicht automatisch zu erkennen.

Einstellen eines neuen dgLP Laborbefunds in die ePA

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht das Einstellen des dgLP Laborbefunds in den MHD Service unter Verwendung der Transaktion Generate Metadata [ITI-106]. Hierzu übermittelt das Primärsystem den dgLP Laborbefund inhaltlich unverändert (wie vom Labor bereitgestellt) im FHIR-Format an den MHD Service. Der MHD Service erstellt daraus eine neue DocumentReference-Instanz, erzeugt deren Metadaten regelbasiert u.a. aus den Inhalten des dgLP Laborbefunds und persistiert das empfangene Dokument. In DocumentReference.content.attachment.url wird die Download-URL des Dokuments hinterlegt. Der dgLP Laborbefund (PDF) wird extrahiert und analog gespeichert.

Das Ergebnis der Nachricht enthält im Erfolgsfall eine Referenz auf die generierte DocumentReference. Über die Kennung der DocumentReference können bei Bedarf auch die generierte List-Instanz (vgl. XDS SubmissionSet) und etwaige extrahierte Anhänge (referenziert von der List-Instanz) in Erfahrung gebracht und ggf. abgerufen werden.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#GenerateMetadata]

Aktualisieren eines dgLP Laborbefunds in der ePA

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einen bereits in den MHD Service eingestellten dgLP Laborbefund zu aktualisieren. Der MHD Service registriert dann für diesen unter Verwendung der Transaktion Generate Metadata [ITI-106] eine neue Version und ersetzt einen bestehenden dgLP Laborbefund. Die neue Version verweist auf die Vorgängerversion via DocumentReference.relatesTo=replaces. Die automatisierte Kennzeichnung und Registrierung einer neuen Version des dgLP Laborbefunds mitsamt Metadaten durch die Transaktion kann durch die zwingend gesetzte Version in Composition.extension:version erfolgen.

Das Ergebnis der Nachricht enthält im Erfolgsfall eine Referenz auf die generierte DocumentReference. Über die Kennung der DocumentReference können bei Bedarf auch die generierte List-Instanz (vgl. XDS SubmissionSet) und etwaige extrahierte Anhänge (referenziert von der List-Instanz) in Erfahrung gebracht und ggf. abgerufen werden.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#GenerateMetadata]

Einstellen eines neuen, unstrukturierten Laborbefunds in die ePA

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht das Einstellen des unstrukturierten Laborbefunds in den MHD Service unter Verwendung der Transaktion Simplified Publish [ITI-105]. Hierzu erstellt das Primärsystem eine DocumentReference-Instanz und bettet den hochzuladenden unstrukturierten Laborbefund Base64-kodiert in das Element DocumentReference.content.attachment.data ein. Das Primärsystem sendet die erforderlichen Metadaten zur Kennzeichnung des Laborbefunds gemäß obiger Tabelle Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service als Belegung der DocumentReference-Instanz im Request mit.

Das Ergebnis der Nachricht ist die erzeugte DocumentReference-Ressource selbst, ein Location Header mit Logical Id und Version Id der erzeugten Ressourcenversion, welche eine Referenz auf die erzeugte DocumentReference-Instanz und deren Version darstellen. Das Primärsystem kann diese Daten als Referenz auf den eingestellten Laborbefund speichern. Das zur Einstellung passende XDS SubmissionSet erzeugt der MHD Service selbst in Form einer FHIR List-Instanz, die jedoch nicht mit in der Antwort zurückgegeben wird.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#SimplifiedPublish]

Aktualisieren eines unstrukturierten Laborbefunds in der ePA

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einen bereits im MHD Service eingestellten unstrukturierten Laborbefund zu aktualisieren. Der MHD Service registriert dann für diesen unter Verwendung der Transaktion Simplified Publish [ITI-105] eine neue Version und ersetzt den bestehenden unstrukturierten Laborbefund. Die neue Version muss auf die Vorgängerversion via DocumentReference.relatesTo=replaces verweisen.

Um die Vorgängerversion zu ermitteln und deren Metadaten als Ausgangspunkt zu übernehmen, verwendet das Primärsystem entweder die im Primärsystem gespeicherte Referenz auf die zuvor eingestellte DocumentReference oder identifiziert diese über eine Suche mit der Transaktion Find Document References [ITI-67] und/oder der Operation $findReplaceHead.

Analog zum Einstellen erstellt das Primärsystem eine neue DocumentReference-Instanz mit den Metadaten gemäß obiger Tabelle Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service, bettet die aktualisierte Fassung des unstrukturierten Laborbefunds Base64-kodiert in das Element DocumentReference.content.attachment.data ein und setzt DocumentReference.relatesTo.code auf replaces mit Verweis auf die Vorgängerversion.

Das Ergebnis der Nachricht ist die erzeugte DocumentReference-Ressource selbst, ein Location Header mit Logical Id und Version Id der erzeugten Ressourcenversion, welche eine Referenz auf die erzeugte DocumentReference-Instanz und deren Version darstellen. Das Primärsystem kann diese Daten als Referenz auf den eingestellten Laborbefund speichern. Das zur Einstellung passende XDS SubmissionSet erzeugt der MHD Service selbst in Form einer FHIR List-Instanz, die jedoch nicht mit in der Antwort zurückgegeben wird.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#SimplifiedPublish]

Laborbefundübersicht anzeigen

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einem Primärsystem nach spezifischen Bedarfen eine Laborbefundübersicht anzuzeigen. Das Primärsystem ermittelt hierzu die für die Laborbefundübersicht relevanten Laborbefunde über eine MHD-Suche unter Verwendung der Transaktion Find Document References [ITI-67]. Um auch bestimmte Inhalte in die Laborbefundübersicht aufnehmen zu können, müssen hierfür auch die identifizierten dgLP Laborbefunde (siehe Tabelle Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service) unter Verwendung der Transaktion Retrieve Document [ITI-68] aus dem MHD Service heruntergeladen und clientseitig verarbeitet werden.

Die Laborbefundübersicht muss dabei die dgLP Laborbefunde anzeigen. Zusätzlich kann es dem Benutzer auch ermöglicht werden, statt der strukturierten Fassung aus der Laborbefundübersicht heraus direkt die extrahierte PDF/A-Fassung (d.h. den dgLP Laborbefund (PDF)) herunterzuladen. Sofern die Kennung des dgLP Laborbefunds (PDF) nicht bekannt ist, würde dies eine weitere Suche bedeuten, um das PDF-Dokument zu finden, welches via DocumentReference.relatesTo auf den entsprechenden dgLP Laborbefund verweist. Alternativ kann der dgLP Laborbefund heruntergeladen werden, der in DiagnosticReport.presentedForm den dgLP Laborbefund (PDF) enthält. In der Regel erfordert dies jedoch das Herunterladen einer größeren Datenmenge.

Zusätzlich zum dgLP Laborbefund zeigt das Primärsystem auch unstrukturierte Laborbefunde in der Übersicht an, sofern es diese im Rahmen der Metadaten identifizieren konnte. Die obige Tabelle Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service zeigt Erkennungsmöglichkeiten für die verschiedenen Laborbefundtypen.

Schnittstellen:

  • [gemIG_ePA_MHD#FindDocumentReferences]
  • [gemIG_ePA_MHD#RetrieveDocument]

Dokumentenübersicht anzeigen

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einem Primärsystem die im MHD Service gespeicherten Dokumente einschließlich der Laborbefunde nach bestimmten Suchkriterien aufzulisten. Das Primärsystem ermittelt hierzu die für die Dokumentenübersicht relevanten Dokumente über eine MHD-Suche unter Verwendung der Transaktion Find Document References [ITI-67].

Auch hier darf ein Primärsystem nicht gleichzeitig zum dgLP Laborbefund den daraus extrahierten dgLP Laborbefund (PDF) anzeigen, um die Nutzer nicht zu verwirren. Wie in der Labor­befund­übersicht kann aber ein Mechanismus vorgesehen werden, um schnell auf den dgLP Laborbefund (PDF) zuzugreifen. Die obige Tabelle Ausprägungen von Laborbefunden im MHD Service zeigt Erkennungsmöglichkeiten für die verschiedenen Laborbefundtypen.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#FindDocumentReferences]

Suche in Laborbefunden der ePA

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einem Primärsystem im MHD Service gespeicherte Laborbefunde über eine MHD-Volltextsuche unter Verwendung der Transaktion Find Document References [ITI-67] zu suchen. Da dgLP Laborbefunde (PDF) im MHD Service gespeichert werden, kann die Volltextsuche auch hier eingesetzt werden.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#FindDocumentReferences]

Anzeige eines dgLP Laborbefunds

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einem Primärsystem zuvor im MHD Service ermittelte dgLP Laborbefunde auszuwählen und unter Verwendung der Transaktion Retrieve Document [ITI-68] zur Anzeige zu bringen.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#RetrieveDocument]

Anzeige eines dgLP Laborbefunds (PDF)

Dieser technische Anwendungsfall ermöglicht es, einem ePA-Client-System zuvor im MHD Service ermittelte Laborbefunde auszuwählen und unter Verwendung der Transaktion Retrieve Document [ITI-68] zur Anzeige zu bringen. Ein dgLP Laborbefund (PDF) enthält gemäß obiger Erkennungsmöglichkeiten in DocumentReference.content.attachment.contentType die Kodierung application/pdf und kann direkt zur Anzeige gebracht werden.

Schnittstelle: [gemIG_ePA_MHD#RetrieveDocument]